Altbautaugliche Verfahren und BaustoffeDie Kapitel 9-10 wurden in folgende Unterkapitel aufgeteilt - 9. Natursteinrestaurierung: [1] [2]
[3] [4] [5]
[6]
Steinboden: [7]
Reinigungstechnik: [8]
10. Wandbildner im Vergleich: [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15]
10.a Fachwerk/Blockbau: [16 - Die schärfsten Tipps zur Fachwerkrestaurierung: Woran erkennst Du einen Fachwerk-Experten?]
[17] [18] [19.1] [19.2]
Bodenaufbau/Holzboden: [20]
(aktualisiert 6.04.09)
Sachverständige Beratung von Erdbau- und Braune-Wannen-Technik, das hier fachwissenschaftlich und -praktisch führende: Erdbaulabor Essen ELE
In den oberen Geschossen darf man auch heute noch Holzbalkendecken mit preisgünstiger Fehlbodenkonstruktion, Massivholzplatte, Einhängziegel und andere Trockenbautechniken anwenden. Wer will schon gerne Jahre warten, bis die ganze Bude wegen wasserspeichernder Naßböden ausgetrocknet ist und sich alle feuchtestauempfindlichen Bodenbeläge "beruhigt" haben? Na eben.
Und Dämmschichten? Wegen was eigentlich? Den Plunder im Kellerboden vergraben ist schön für die Hersteller, aber was soll das bitteschön bringen? Energieersparnis bestimmt nicht. Wegen Schallschutz? Hier kommt es auf massive Masse des Bodens an und bei Leichtbauweise auf Entkopplung der Bodenbeläge. Ein paar Filzstreifen unter der Dielung, ein Bodenbelag (Platten, Dielen, Parkett, Linoleum) auf schwimmend verlegtem trocknen Unterbau, das wärs. Natürlich auch aus Sicht der Wohnbehaglichkeit. Wer hat schon dauernd Tanzveranstaltungen über sich, zumindest im EFH? Etwas anders sieht die Sache z. B. im Mietwohnungsbereich aus. Das fordert dann eben etwas mehr Aufwand.
Wobei betreffend Fußwärme ja nicht Dämmschichten unter dem Bodenbelag etwas bewirken, sondern nur der Bodenbelag an der Kontaktfläche mit dem Fuß selbst. Denn dort entscheidet die Masse der betretenen Oberflächenmoleküle, wie viel Wärme aus der Fußsohle abgenommen wird - bei Stein halt viel, bei Teppich logischerweise weniger. Deswegen haben alte Häuser aus Gründen der Stabilität und des besseren Schallschutzes durchaus Plattenböden, auf die dann im Geh- und Sitzbereich Teppiche ausgelegt werden. Man denke auch an die Holzgestühlspodeste in sonst plattenbelegten Kirchsälen. Liegt da nicht oft ein Läufer im Gang, ein Teppich vor dem Altar? Na also.
Link: Mineralische Bodenbeläge
So
zerdeppert sieht ein zementär verfugtes Natursteinpflaster nach einigen Jährchen
aus. Merke: Verfugte Freiflächen sind ein Problem, sie bewegen sich
und werden unterfroren. Es gibt bessere Lösungen.
Noch einige hölzerne Hinweise:
- Dielen
Nützlich für die stoßfreie Neuverlegung von Holzdielen im historischen Umfeld:
z. B. Massivdielen, Längen bis zu 15 Metern! Standardbreite bis ca. 40 cm. Sie finden hier Anbieter in der Zeitschrift Burgen + Schlösser der Deutschen Burgenvereinigung und anderen Fachblättern wie z. B. dem Holznagel der IG Bauernhaus.
Behandlung der Holzboden-Oberflächen: Natürlich geölt mit Leinöl und danach heiß gewachst. Pflege: Trocken fegen, ab und zu Pflege mit Wischwachs (Zutat zum Wischwasser), Bohnern alle paar Wochen.
Altböden von Dreck und Farbe schonend und wirtschaftlich reinigen
- Parkett
Am besten aus Sicht der Reparaturfreundlichkeit: genagelt. Problem bei Klebung: Dauerstabile Untergrundhaftung bei thermischer und hygrischer (Pflege) Dauerbelastung, die ein Boden nun mal hat. Und wenn das Parkett mal ächzt? Das ist doch schöön!
Altbau-Tip: Massivholzboden 16 mm, oberflächenfertig trocken und schwimmend verclipst dank schlauer Fuge. Dafür gibt es verschiedene Anbieter.
Literatur: Peter Nickl (Hrsg.): PARKETT - Historische Holzfußböden und zeitgenössische Parkettkultur, Klinkhardt&Biermann, München 1995. Katalog zur Ausstellung der Handwerkspflege in Bayern vom 2. März - 22. April 1995, Bayerischer Handwerkstag e.V., Max-Joseph-Str. 4, 80333 München.